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Aufnahme von Geflüchteten aus der Ukraine in Schermbeck

17.03.2022

In den letzten Tagen gab es zum Aufnahmeverfahren von Geflüchteten aus der Ukraine vermehrt Nachfragen bei der Gemeinde Schermbeck. Insbesondere traten Fragen zur Unterbringung und Versorgung auf, wenn Flüchtlinge durch private Transporte aus den Grenzregionen abgeholt werden.

Hierzu ist klarzustellen, dass die Gemeinde Schermbeck gewillt ist, ankommende Flüchtlinge aus der Ukraine angemessen unterzubringen und zu versorgen. Es wird jedoch dringend davon abgeraten, privat Geflüchtete aus den Grenzregionen abzuholen, wenn zuvor keine Unterbringung und Versorgung sichergestellt ist. Der Aufwand für jeden Einzelfall ist unverhältnismäßig hoch und bindet Kapazitäten. Genau diese werden jedoch dringend für eine strukturierte und angemessene Unterbringung und Versorgung der Geflüchteten benötigt. Insbesondere Infrastrukturen wie das Wohnraumangebot, aber auch Schulen oder Sprach- und Integrationskurse können nicht aufrechterhalten werden, wenn in einzelnen Kommunen zu viele Geflüchtete ankommen. An dieser Stelle ist es wenig hilfreich, wenn Helferinnen und Helfer von Hilfstransporten in die Grenzregionen auf dem Rückweg Flüchtlinge mitnehmen und in eine Kommune bringen, zu der die Geflüchteten eigentlich keinen Bezug haben.

Insbesondere, wenn Geflüchtete keinerlei private Bindung sowie Unterkunft und Versorgung in Schermbeck haben, wird daher ab sofort die Registrierung in der Landeserstaufnahmeeinrichtung Bochum (kurz: LEA Bochum) erfolgen, um dann an dem Verteilungsverfahren des Landes Nordrhein-Westfalen auf die verschiedenen Kommunen teilzunehmen. Ein Verbleib in Schermbeck kann somit nicht erfolgen.

Die private Aufnahme von Geflüchteten ist innerhalb einer koordinierten Struktur und nach Registrierung und Zuweisung möglich und hilfreich. Tatsächlich sind die – Stand heute – 42 Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine in Schermbeck alle in privat zur Verfügung gestellten Quartieren untergebracht. Unkoordiniert schafft die private Aufnahme jedoch Probleme.

Wer ohne Abstimmung mit den Behörden Schutzsuchende als Gäste aufnimmt, übernimmt damit zunächst die volle Verantwortung. Es ist also in jedem Fall eine Registrierung erforderlich und es müssen bei Bedürftigkeit der Schutzsuchenden die erforderlichen Anträge auf Leistungen gestellt werden. Soweit dies noch nicht erfolgt ist, sollten Sie Kontakt mit dem Sozialamt sowie für die Registrierung mit der Ausländerbehörde beim Kreis Wesel aufnehmen.

Bevor Geflüchtete in privatem Wohnraum durch die Kommune untergebracht werden, wird dieser durch den Partner der Gemeinde Schermbeck, die Caritas, besichtigt und auf Eignung geprüft. Die Gemeinde Schermbeck wird Geflüchtete nur in Wohnraum unterbringen, wenn dies möglich ist. Insbesondere wer Menschen in der eigenen Hausgemeinschaft aufnimmt, sollte sich also der damit verbundenen Verantwortung und Belastung bewusst sein, die mit einer dauerhaften Unterbringungsverpflichtung über einen Zeitraum von mindestens 12 Monaten einhergeht. Eine derartige Erklärung ist schriftlich gegenüber der Gemeinde Schermbeck abzugeben. Wer Wohnraum (vorzugsweise abgeschlossener Wohnraum) anbieten möchte, kann sich bei Herrn Winfried Thomann, winfried.thomann@schermbeck.de oder telefonisch 02853-910 221, melden.

In der Ukraine existiert noch die für Mensch und Tier tödliche Tollwut. Darum müssen Tiere zunächst in Quarantäne bleiben, bis ihr Impfschutz geprüft oder gegebenenfalls hergestellt worden ist. Eine Aufnahme von Tieren in Sammelunterkünften oder in durch die Gemeinde Schermbeck zur Verfügung gestellten Wohnraum ist nicht möglich.