Direkt zum Inhalt
  • Header Image
  • Header Image
  • Header Image
  • Header Image
  • Header Image
  • Header Image
Dienst­leistungen

Inhalt

DENK’MAL!-PFAD

Die Bausubstanz einiger der acht Kriegergedächtnismale erfordern den stetigen Unterhalt und auch umfassende Sanierungen. Der Rat der Gemeinde Schermbeck hat sich für den Erhalt der Denkmale ausgesprochen. Die Verwaltung hat sodann Möglichkeiten der Finanzierung gesucht, da die aufzuwendenden Finanzmittel schon als erheblich bezeichnet werden können.

In Zuge dessen hat die Gemeinde Schermbeck sich erfolgreich um Fördermittel aus dem Heimatfonds NRW für die Sanierung des Kriegergedächtnismals in Gahlen bemüht. 

Diese Förderung fußt auf der Installation eines verbindenden Weges aller acht Denkmale und der vier Kriegsgräberanlagen (Einzelgrab Weselerwald und die Friedhöfe Altschermbeck, Gahlen und Schermbeck). Die notwendige Projektskizze zur Antragstellung wurde durch die Akademie des Handwerks, Herrn Berg, erstellt. Innerhalb dieser Erarbeitung wurden durch Herrn Berg die in Schermbeck vorhandenen Denkmale baulich beschrieben und der Renovierungsaufwand für den Standort Gahlen eingeschätzt.

In diesem Zusammenhang möchte sich die Gemeinde Schermbeck recht herzlich bei Herrn Berg für die Unterstützung und sein Engagement bedanken.

Neben der baulichen Restaurierung des Denkmals in Gahlen musste insofern förderkonform ein verbindender Weg als pädagogisches Element mit einer demokratischen, friedensfördernden Wirkung konzipiert werden. 

Innerhalb der vorbereitenden Arbeiten wurde früh die Besonderheit von Kriegergedächtnismalen als zeitgebundene Bauwerke erkannt. Auch wurden die Kriegsgräber auf den hiesigen Friedhöfen (Altschermbeck, Gahlen und Schermbeck) als fester Bestandteil des verbindenden Weges in den Fokus genommen. Die Kriegsgräber stehen nicht nur für Gefallene der Kriege, sondern auch für die Schreckens- und Gewaltherrschaft im Umgang mit Zwangsarbeiter:innen und Kriegsgefangenen. Auch in Schermbeck existierten Zwangsarbeiter- bzw. Kriegsgefangenenlager und wurden Zwangsarbeiter:innen auf Bauerhöfen eingesetzt und teilweise einquartiert. 

Der Drevenacker Hans-Peter Weis hat sich für eine Aufstellung eines Mahnmals zur Erinnerung (Gedenken der Opfer vom 11.09.1944) an zwei Kriegsgefangene und acht Zwangsarbeiter/innen eingesetzt. Diese -darunter zwei ukrainische Mädchen- wurden von den Nazis als Exempel aufgrund des Mordes an den Bauern Schüring an der alten Landstraße erhängt. Herr Weis wurde durch einen Presseartikel auf diese Schreckenstat aufmerksam.

Die pressemäßige Aufarbeitung und das Engagement von Einzelpersonen sowie Organisationen gilt es weiterhin zu stützen. 

Andere Beispiele wie z. B. die entsprechenden Theaterstücke, Lesungen und Geschichtsthemen (Pogromnacht) der Schermbecker Gesamtschule leisten ihren Anteil, dass die Erinnerung nicht als reine zeitliche Einteilung empfunden wird, sondern als kaum vorstellbare Schicksale von einzelnen Personen und deren Familien wachgehalten wird.  

Die Gemeinde Schermbeck hat diese Erkenntnis zum Anlass genommen, die Texterstellung und Recherche nebst Einzelbeschreibung der Kriegergedächtnismale, in fachlich fundierte Hände zu geben. Auch weil diese Denkmale in der jetzigen Zeit einer Kommentierung bedürfen, um verstanden werden zu können. 

Im Zuge des Angebotsverfahrens konnte die Kunsthistorikern Frau Laura Viviana Nübel für diese Projektarbeit gewonnen werden. Frau Nübel widmete sich intensiv der wissenschaftlichen Beschreibung und kritisch-historischen Einordnung zu jeder Stätte, die auf der Webseite der Gemeinde Schermbeck veröffentlicht werden.

Innerhalb der Umsetzung hat sich gezeigt, dass die Namensgebung für den verbindenden Weg auch eine Aufforderung zur Auseinandersetzung beinhalten sollte. Insofern wurde der Vorschlag der Historikerin „Denk’mal!-Pfad“ befürwortet. 

Auch die Texte vor Ort auf den Informationstafeln an den Bauwerken wurden durch Frau Nübel erarbeitet. Der ergänzende QR-Code auf den Schildern soll dabei den Schnellaufruf des ausführlichen Textes auf dieser Webseite ermöglichen. Zusätzlich wurde durch die Historikerin eine generelle Einleitung über die allgemeine Geschichte dieser Form von Denkmlen und der historischen Entwicklung der Erinnerungskultur für diese Webseite erstellt.  

Die Gemeinde Schermbeck stützt die Abkehr von der Heldenverehrung hin zum Mahnen, Erinnern und Gedenken. Insgesamt sollen die unterschiedlichen Stätten somit zu Lernorten der Geschichte werden und so ihre heute beabsichtigte Funktion der Mahnung zum Frieden wahrnehmen können. Auch soll durch dieses Projekt den bislang stummen Zeugen eine Stimme gegeben werden. Diese Denkmale müssen in den Fokus genommen werden und nicht nur an den Schützenfesttagen oder Volkstrauertag einbezogen werden.

Der Heimatforscher Helmut Scheffler hat früh die zeitgeschichtliche Bedeutung der Denkmale erkannt und im Rahmen der seinerzeitigen Weihnachtsprospekterstellung durch den ehemaligen Verkehrsverein für die Rückseite des Weihnachtsprospektes eine entsprechende Serie veröffentlicht. Bis auf das Denkmal in Gahlen und die Denkmale in Schermbeck (Postament und Löwe) hat Herr Scheffler die Entstehung, Einweihung und Entwicklung der Kriegergedächtnismale dort detailliert beschrieben.

In diesem Zusammenhang möchte sich die Gemeinde Schermbeck bei Herrn Scheffler für die Überlassung der Texte sowie Fotomaterial und für die Unterstützung von Frau Nübel sowie der Gemeinde Schermbeck bedanken.

Durch die Antragstellung der Kilianschützengilde Schermbeck konnte im Rahmen der Städtebauförderung 2015-2022 innerhalb des Verfügungsfonds 2020 die Sanierung des Postaments (Krieg: 1866-71) und des Löwen (I. und II. WK) gewährleistet werden. Im Zusammenspiel mit dem ehrenamtlichen Engagement der Kiliangilde und des Ausbaus des Piazza-Bereiches wurden die vierseitigen Denkmale wieder sichtbar. Nicht nur die abendliche Beleuchtung des Löwen verleiht dem Denkmal seine Bedeutung. Auch hier hat Herr Berg mit seinem fundierten Fachwissen die Arbeiten unterstützt. 

Zu guter Letzt möchte sich die Gemeinde Schermbeck auch im Namen der Historikerin bei Herrn R. Gardemann für das zur Verfügung gestellte Bildmaterial bedanken.

Gemeinde Schermbeck in den sozialen Medien